Traditionelle Malas aus natürlichen Materialien

Eine Mala ist nicht nur ein hübsches und trendiges Schmuckstück. Sie ist eine spirituelle Gebetskette, die im Hinduismus und Buddhismus bereits seit Jahrhunderten für die Meditation verwendet wird. Die Kette umfasst 108 gleichgroße Perlen sowie eine größere Perle, die Guru-Perle. Die Perlen werden aus hochwertigen Naturmaterialien wie Lotus- oder Bodhi-Samen hergestellt, aber auch aus Rosenholz, Sandelholz oder sogar Yak-Knochen. Die Materialien, aus denen die Malas von Hand gefertigt werden, besitzen jeweils eine einzigartige Wirkung auf Körper und Geist. Lies weiter und erfahre, welche Bedeutung sich hinter den traditionellen Malas verbirgt. 

Die Kraft der Natur 

Echte Malas werden aus natürlichen Materialien hergestellt, denen Heilkräfte zugeschrieben werden. Hochwertige Rohstoffe wie Samen, Holz und Knochen speichern außerdem die Energie der Mantras in den Meditationen. So verstärkt sich die heilende Wirkung der Meditationskette. Wird die Mala im Alltag als Halskette oder Armband getragen, gibt sie diese Kraft an ihren Träger ab. 

Im Folgenden findest du eine Übersicht über sieben traditionelle Malas aus natürlichen Materialien, ihre Bedeutung und heilenden Eigenschaften. 

Die Mala aus originalen Rudraksha-Samen 

    Einst schloss Shiva die Augen und versank in eine tiefe Meditation für das Wohlbefinden aller Lebewesen. Als er seine Augen wieder öffnete, kullerten ihm Tränen des Mitgefühls über die Wangen und fielen sanft auf die Erde. Dort verwandelten sie sich in Samen, aus denen schließlich der Rudraksha-Baum emporwuchs. Deswegen werden die Samen des Rudraksha-Baumes auch Tränen Shivas genannt. Sowohl im Hinduismus als auch Buddhismus gilt dieser Baum als heilig. Die Samen stammen aus dem Inneren der Früchte, die Ähnlichkeit mit Heidelbeeren haben. 

    Rudraksha Samen

    Rudraksha-Samen stärken die Verbindung zu Mutter Natur. Sie sorgen für innere Ruhe, Ausgeglichenheit und geistige Klarheit. Darüber hinaus öffnen sie das Herzchakra für Liebe und Mitgefühl. Gleichzeitig fördern sie positive Gedanken und wirken wie ein energetisches Schutzschild gegen negative Energien. 

    Mala aus rudraksha Samen

    Rudraksha-Samen sind 3-40 mm groß. Je kleiner sie sind, desto wertvoller und teurer. Mit dem Gebrauch der Mala werden die Perlen etwas dunkler. Doch sie sind äußerst stabil und man sagt, sie überdauern bis zu acht Generationen. 

    Meditationsketten aus Lotus-Samen 

      Die Lotus-Blume ist eine der bedeutsamsten Symbole des Buddhismus. Sie repräsentiert die ursprüngliche Reinheit und Schönheit des Herzens und des Geistes. Der Lotus ist das Symbol der Göttin des Reichtums, Maha Lakshmi, die Wohlstand und Großzügigkeit bringt. 

      Die Lotus-Blume veranschaulicht den Prozess des spirituellen Wachstums. Sie versinnbildlicht, wie wir uns allmählich über unser Leiden erheben, um immer mehr Erleuchtung zu erlangen. Denn der Lotus wurzelt tief im Schlamm, die Pflanze wächst und gedeiht in trübem Wasser stets dem Tageslicht entgegen. An der Wasseroberfläche blüht schließlich eine wunderschöne Blüte. 

      Die Mala aus Lotus-Samen steht für spirituelles Wachstum und Erleuchtung. Außerdem symbolisieren die Samen Transformation und Neubeginn. Denn sie bergen all das Wissen und die Weisheit der Natur, die aus ihnen eine Pflanze zum Wachsen und eine Blüte zum Erblühen bringen wird. 

      Die Samen der Lotus-Blume sind empfindlich und sollten stets trockengehalten werden. 

      Echte Bodhi-Samen als Gebetsperlen 

        Siddharta Gautama setzte sich einst unter einen Baum in Bodh Gaya in Indien, um zu meditieren. Dort verweilte er in tiefer Versenkung, bis er die Erleuchtung erlangte und zum Buddha wurde. Seither sind der Bodhi-Baum, sein Holz und seine Samen für Buddhisten heilig. 

        Bodhi-Samen symbolisieren die Hingabe und Entschlossenheit zur Meditation, mit der die vollkommene Erkenntnis und Erleuchtung erlangt werden kann. Außerdem bergen sie die Weisheit des Buddhas, die einem Meditierenden durch die regelmäßige Meditationspraxis zuteilwerden kann. Sie repräsentieren die reine Buddha-Natur, die jedes Lebewesen bereits in sich trägt. 

        Mala aus Bodhi Samen

        Die Mala aus Bodhi-Samen wirkt ausgleichend und harmonisierend. Sie ermöglicht dem Meditierenden den Blick zu schärfen, um die Illusion von der Wahrhaftigkeit unterscheiden zu können. Darüber hinaus stärkt sie die Verbindung zur Erde und schützt vor negativen Einflüssen. Bodhi-Samen sind mittlerweile sehr selten und kostbar. 

        Die Meditationskette aus Raktu-Samen 

          Raktu-Samen sind bekannt als die kleinen Brüder der sehr hochwertigen und teuren Bodhi- Samen. Raktu-Samen sehen Bodhi-Samen verblüffend ähnlich, sind jedoch weitaus erschwinglicher. Daher werden sie oft als günstige Alternative für Malas und Armbänder verwendet. Doch das macht die Mala nicht weniger kraftvoll oder spirituell. Genauso wie Rang und Name der Menschen auf Erden in jenseitigen Welten keine Rolle spielen.

          Raktu-Samen Mala-ketten

          Die Raktu-Malas erinnern uns an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und lehren uns Demut. Die kleinen Samen unterstützen dich dabei, Anhaftungen an Materielles zu transzendieren. Wie alle anderen Malas aus Naturmaterialien speichern sie die Kraft der Natur und verstärken sie durch die Energie der Mantras während der Meditation. Die Raktu- Mala wirkt erdend und beruhigend auf den Meditierenden. 

          Traditionelle Malas werden nicht nur aus Baumsamen hergestellt. Auch edles Holz, Heilsteine und sogar Knochen dienen als wertvolle Rohstoffe für buddhistische Meditationsketten. 

          Meditieren mit Sandelholz-Perlen 

            Sandelholz wird bereits seit Jahrhunderten für religiöses Räucherwerk, Duftöl und Parfum verwendet und ist bekannt als eine der reinsten Substanzen überhaupt. Sandelholz ist sehr kostbar, da sowohl der Anbau als auch Handel und Lagerung strengen Bestimmungen unterliegen. In Indien ist es heilig und es wird häufig zur Herstellung von Meditationsketten verwendet. Da Termiten das harte, intensiv duftende Kernholz nicht zerfressen können, ist der Baum in Indien schon immer als Schutzbaum bekannt, dessen unverkennbares Aroma böse Geister vertreibt. Sandelholz wurde dem Gott Shiva geweiht und diente als Rohstoff für Götterstatuen und Tempelbauten. 

            Sandelholz hat eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und den Geist. Des Weiteren stärkt es die innere Mitte und das Selbstvertrauen. Während der Meditation hilft die Sandelholz-Mala außerdem, energetische Blockaden zu lösen und Harmonie herzustellen. Die kühlen und glatten Perlen aus Sandelholz liegen bei der Meditation angenehm in der Hand. 

            Die traditionelle Mala aus Rosenholz 

              Rosenholz (aniba roseadora) ist ein weit verbreitetes und wertvolles Material, das hauptsächlich in Indien und Pakistan angebaut wird. Sein Duft ist angenehm süßlich und ähnelt dem einer Rose. 

              Der Rosenkranz, der in der katholischen Kirche Tradition ist, wurde ursprünglich aus Rosenholz hergestellt. Auch für die Anfertigung von Malas wird dieser kostbare Rohstoff seit jeher verwendet. Die Rosenholz-Mala wird der Gottheit Ganesha zugeordnet. Der elefantenköpfige Gott wird sowohl im Hinduismus als auch Buddhismus verehrt, da er Hindernisse beseitigt Glück bringt und Weisheit lehrt. 

              Rosenholz öffnet das Herzchakra und ermöglicht, dass die bedingungslose Liebe fließen kann. Es reinigt das Energiefeld, hebt die Stimmung und beruhigt den Geist. Die Rosenholz- Mala verbindet sanfte Stärke mit Stabilität, Gleichgewicht und Harmonie. Sie stärkt das Selbstvertrauen und den Mut, um Herausforderungen zu meistern, Hindernisse zu überwinden und einen Neubeginn zu wagen. 

              Die Gebetskette aus echten Yak-Knochen 

              Das Yak ist eine Rinderart, die in großer Zahl im Himalaya-Gebirge vorkommt. Im tibetischen Buddhismus hat das Yak eine wichtige Bedeutung. Denn es bildet die Lebensgrundlage für viele Menschen, die sich den Lebensraum mit ihm teilen. Wenn ein Tier erlegt wird, wird nicht nur das Fleisch verwertet, sondern auch sein Fell und sein Gebein. Seine Knochen symbolisieren den Geist des Yaks und stehen für Reinheit, Stärke und Mut. Sie werden in sorgfältiger Handarbeit zu kraftvollen Gebetsperlen verarbeitet. 

              Die Mala aus Yak-Knochen, auch Büffelknochen-Mala genannt, hat in Tibet und Nepal langjährige Tradition. Sie erinnert an die Vergänglichkeit des irdischen Daseins sowie den ewigen Kreislauf von Leben und Wiedergeburt. Sie wirkt erdend und schützend und verleiht Kraft, Mut und Durchsetzungsvermögen. 

              Knochen-Perlen Mala

              Die Mala aus Knochen-Perlen ist sehr widerstandsfähig und robust. Sie sollte jedoch wie alle heiligen Gegenstände mit Respekt behandelt werden. 

              Anleitung: Meditieren mit Malas 

              Meditieren mit Mala

              Bevor du mit einer Mala meditierst, nimm dir eine Absicht für deine Meditationspraxis vor und wähle ein entsprechendes Mantra. Dann halte die Mala in der rechten Hand, zwischen Mittel- und Zeigefinger. Die Guru-Perle markiert den Anfang der Meditation, sie selbst wird jedoch nicht mitgezählt. Beginne mit der ersten Perle und rezitiere dein Mantra. Schiebe dann mit deinem Daumen die Gebetsperle in Richtung Handgelenk und mache mit der nächsten Perle weiter. Fahre so lange fort, bis du wieder bei der Guru-Perle angelangt bist. Nun hast du dein Mantra genau 108 Mal wiederholt. 

              Warum hat eine Mala 108 Perlen? 

              Die Zahl 108 hat eine ganz besondere Bedeutung. In Indien gibt es exakt 108 heilige Stätten und jede Gottheit besitzt 108 Namen und Attribute. Des Weiteren gibt es 108 Upanischaden, eine Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und ein Teil der Veden. 

              Im Buddhismus stehen die 108 Perlen für die gesammelten Lehren Buddhas, die in 108 Bänden dokumentiert sind. Außerdem symbolisieren sie die 108 irdischen Sehnsüchte des Menschen. 

              Die 108 hat es in sich – und wir sie in uns! Der menschliche Körper besitzt genau 108 Energiepunkte und 108 Energielinien bilden gemeinsam das Herzchakra. Außerdem gibt es zwölf Tierkreiszeichen und neun Planeten: 12X9=108. Die Distanz zwischen der Erde und der Sonne beträgt das 108-Fache des Durchmessers der Sonne. Der Durchmesser der Sonne wiederum ist 108-mal größer als der der Erde. 

              Willst du mehr über die Zahl 108 und die Bedeutung der Malas herausfinden? Weitere Infos sowie eine ausführliche Anleitung für den Gebrauch findest du in unserem Artikel „Alles, was du über Malas wissen solltest“. 

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